Die Matte

Ich praktiziere seit 12 Jahren Yoga. Meistens woanders, selten zu Hause. Da komme ich einfach nicht dazu, da steht der Rechner, der andere Beruf wartet oder die Waschmaschine will ausgeräumt werden und die Küche sieht wieder mal aus wie ein Saustall. Also raus. Der Situation nicht den Raum geben, den sie sich automatisch nimmt, wenn ich Teil davon bin. Ab ins Yoga-Studio oder in den Park auf die Wiese, im Sommer auch mal aufs Paddelbord zum Yoga, da allerdings ohne Matte, die klebt sozusagen schon auf dem Brett.
Jedoch die Matte. Der Raum zwischen Deinen Händen und Füßen und dem Boden, der sollte was können. Optimalerweise dafür sorgen, dass Du nicht von der Stelle rutschst, dass Du den nötigen „Grip“ hast, die Asana gut auszuführen, manchmal auch, sie auszuhalten. Und da gibt es, ähnlich wie bei Käse, jede Menge Sorten. Aus PVC, aus Kautschuk, gern auch mal aus Schaffell. Aber welche kann nun was, wenn man die ersten Erfahrungen mit Yoga macht und merkt, man will dran bleiben und seine DNA nicht mehr auf den studioeigenen Matten in der Stadt verteilen und mit der DNA anderer Yogaübenden vermischen (denn nicht in jedem Studio werden die Matten regelmäßig gesäubert). Aber nun, welche Matte ist die richtige?
DAS HIER IST KEINE WERBUNG. Das ist meine persönliche Erfahrung. Ich bin viel unterwegs. Auf dem Fahrrad, auf der Vespa, im Auto, zu Fuß und manchmal im Flugzeug oder in der Bahn. Ich reihe viele Termine aneinander, der Flow des Tages soll ja nicht unterbrochen werden nach einer schönen Morgen-Klasse. Also schwinge ich nach dem Wake Up Yoga oder Early Bird – jedenfalls vor 10!!- weiter zum Treffen mit einer Schauspielerin oder einem Lektor oder einem Produzenten oder in ein anderes Studio, um selbst Unterricht zu geben.
Deshalb für mich „kriegsentscheidend“: Das Gewicht der Matte. Vor allem auf dem Rad und zu Fuß. Jede Marke hat mittlerweile mindestens zwei, oft noch weitere Ausführungen ihrer Matte. Es gibt ultradünn, ein bis zwei Millimeter,  normal, 2-4 mm und dann die fetten Limousinen in extradick und auch extralang mit 6-8mm Stärke und 190cm Länge. Ich will nicht den ganzen Tag 3,7 extra Kilos mit mir rumschleppen.  Die kleben schon an den Oberschenkeln. Ich brauche die Light-Variante, das Zigarettenpapier sozusagen. Die kann man meistens nicht nur rollen, sondern auch falten. DIN A4! Sie wiegen 1200g – soviel wie mein kleines Laptop, was sich den Platz im Mini-Rucksack mit der Matte teilen muss. Und der Trinkflasche, und dem Schminkbeutel und dem Wechsel-T-Shirt. Aber! Ich bin über vierzig. Also die Knie, Ihr wisst schon.  Für den leichten Transport am Tag, muss man den Komfort einer 6-8mm dicken, wirklich weichen Matte eintauschen. Das ist der Kompromiss, den man dann machen muss, wenn man jeden Krümel, den die Putzfrau des Studios übersehen hat, unter der Matte, direkt am Knie zu spüren bekommt.
Ich lege mir also die Decke unter die Knie, wie eine alte Oma und erfinde in den Atempausen eine Matte, die vorn und hinten dünn, und in der Mitte dicker ist. Wundere mich, warum das noch niemand produziert hat… Hallo Jade-Yoga, Guten Tag Manduka, Hi Lululemon und Welcome Bodhi. Da haben wir das nächste Ding. Welcher Hersteller? Welche Marke?
Warte mal, auf Instagram hat das Yogababe doch neulich auf einer himmelblauen Matte mit Sternchen getobt, ach sah das toll aus… Stimmt, die gibts ja auch noch.. die customized Yoga Matte… Ich kann mich nicht entscheiden. Oder doch besser eine Matte dieser Super Sportmarken? Das Logo verkauft einem mit dem Produkt gleich eine gewisse Sportlichkeit… Spätestens jetzt ist jeder Yoga-Starter überfordert. Ich habe angefangen auf einer rosagrauen Nike Matte – 2006. Die hielt genau vier Monate – und in den vier Monaten bin ich gerutscht wie bekloppt… Aprospos Rutschen – jetzt kommt noch der Yogastil dazu, den Ihr am liebsten übt. Ashtanga, HotYoga und Bikram oder lieber Vinyasa, klassisches Hatha oder Iyengar.  Für die ersten drei Stile sollte die Oberfläche der Matte so glatt wie möglich sein, für die anderen Stile ist es nicht so relevant. Ihr seht, es nimmt kein Ende und man kann sich ordentlich verrennen… Meine nächste Matte war eine Jade. Ziemlich teuer, hat aber lange gehalten. Sie war extralang, ich bin immerhin 1,75m und relativ schwer, aber damals hab ich noch geraucht und bin eher Auto gefahren als gelaufen. Mit Jade war ich sehr lange sehr glücklich, wenn die Matten allerdings einige Zeit in Betrieb sind, dann nimmt die Bodenhaftung ab. Im wahrsten Sinne des Wortes. Jade rutscht also mit jedem Vinyasa durch den Raum und wenn man 10 hintereinander gemacht hat, dann stößt man schon mal an die Matte der Vorderfrau, nun auch öfter Vordermann, wenn die Klasse voll ist. Es gab mal kurz einen Abstecher zu Manduka, die war gar nicht meins, denn die rutschte nicht nur unten, ich rutschte auch obendrauf. Je dünner die Matten, desto weniger rutscht man. Ist tatsächlich so.
Dann war ich in NY, Freunde sehen, schreiben und Yoga üben. Und dann war NY hier. Lululemon, eigentlich ein kanadisches Kind, eroberte den deutschen Markt.  2008. Und weil in Amerika alle Yogaübenden viel schneller, schöner und stärker Yoga üben, wird da natürlich auch mehr geschwitzt – kein Scheiß, hab ich selbst erlebt. Also sind die Matten superglatt und wenn man will, auch superschwarz. So etwa das Fort Knox der Matten.
Ich bin also happy mit meiner neuen „The Unmat“, 1,2 mm und ich rutsche wenig bis gar nicht, aber der Geruch…. Der verfliegt auch nicht nach dem 30. Mal Yoga. Alle anderen Matten nehmen den Körpergeruch an, weshalb man sich auf seiner Matte auch instinktiv zu Hause fühlt. Diese nicht, deshalb ist sie auch nicht mein Zuhause geworden.
Was nun? Meine Yogalehrerausbildung – auch Teacher Training genannt, steht vor der Tür. Ein letzter Versuch: Eine lilafarbene TravellerMat von doch wieder Jade Yoga soll es sein. Kann man in den Vespa-Koffer knüllen oder in den Fahrradkorb. Und diese eine Matte macht mit mir nicht nur die 200 Stunden Ausbildung, sondern noch weitere 300 Stunden Eigenunterricht auf jedem Untergrund. Und dann erst kommen die Löcher im System. Im Fußraum und im Handbereich. Man kann trotzdem prima Yoga üben. Sieht auch wirklich punkig aus. Hebt sich von den anderen Matten im Studio ab. Ich hab sie verlassen. Obwohl sie mir so treu war. Für eine Neue! Bin jetzt verheiratet: Mit einer Bodhi. IST IMMERNOCH KEINE WERBUNG. Einer der besten Yogalehrer der Stadt, der zu wenig Yoga unterrichtet, wie ich finde, hat sie mir empfohlen. Sie ist klein, leicht und faltbar. Sie hat den ultimativen Grip für ALLE Stile. Leicht gerippte Oberfläche, klebt sie mit der Unterseite am Boden, als würde sie nie wieder umziehen wollen. Ich schleppe sie zum Hot Yoga und zum Peace Yoga und zu meinen eigenen Klassen. Ich bin happy.  OK ich brauche immer noch die Decke unter den Knien und bei großem Verlangen nach Komfort, schummele ich eine Studiomatte unter meine eigene und schwupp hab ich meine 6 mm Zwischenraum. Aber ich rutsche nicht bei den schwersten Asanas, ich lege die Matte gerollt und gebogen in den Koffer meiner Vespa und kaum hole ich sie raus und rolle sie aus, zieht sie sich glatt, als hätte das Verbiegen ihrer Form nie stattgefunden. Ich bin so glücklich mit dem Ding, dass ich meinem Mann die Mediumvariante aufgeschwatzt habe, der ist Anfänger und hat ein kaputtes Knie. Er ist auch happy und mittlerweile klaue ich mir seine Matte für meinen Unterricht.  Bodhi hat nur einen Haken. Die Farbauswahl ist begrenzt. Lila, blau, grün, orange. Zumindest bei der Eco Pro Variante. Dafür wiegt sie nicht mal ein Kilogramm und ist aus dem Naturmaterial Kautschuk und hat den ÖkoText Standard. Sprich Euer Kind kann sie ansabbern, ohne dabei eine Allergie zu bekommen oder Atemnot.
Wenn Ihr Euch also auf die Suche nach der perfekten Matte für Euch macht, zögert nicht, die neben Euch turnende Person zu ihrer Erfahrung zu befragen und vielleicht mal einen Probehund  und ein paar Vinyasas zu machen. Scheut Euch nicht, Eure Matte zurück zu bringen, wenn Ihr damit nicht klarkommt (bitte im Rahmen des Umtauschrechts) und übrigens teuer heißt nicht gleich gut. Bodhi kostet weniger als die Hälfte von Jade und nur ein Drittel von Lululemon.
Eine Seite, die viele Yogamatten anbietet und ein gutes Suchsystem hat ist diese:

https://www.yogitri.de
Viel Spaß beim Üben und ich finde, es kann auch ruhig mal Matten – Tauschpartys geben.

2019-03-29T14:30:19+00:00

Liebe Yogalehrende

Weil es oft nicht so einfach ist, sich nach erfolgreicher Ausbildung mit schönen und professionellen Fotos in der Welt zu präsentieren oder als langjährige/r Yogalehrer/in für ihre/seine Workshops und Retreats geeignetes Bildmaterial zu haben, habe ich ein spezielles Angebot für Euch entwickelt.

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